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Degressive Abschreibung

In Deutschland dürfen nur noch vor dem 01.01.2011 angeschaffte Wirtschaftsgüter degressiv Abgeschrieben werden.
In Österreich ist die degressive Abschreibung nicht erlaubt.

Für bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die vor dem Jahr 2011 angeschafft wurden, kann in Deutschland als weitere Abschreibungsart die degressive Abschreibung verwendet werden. Hier bemisst sich der jährliche Abschreibungsbetrag nach einem festen Prozentsatz vom jeweiligen Restbuchwert und damit nur im ersten Jahr nach den tatsächlichen Anschaffungskosten. Da der Restbuchwert mit jedem Jahr sinkt, vermindert sich auch die jährliche Abschreibung. Für das Ermitteln der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer gelten die Regelungen der linearen Abschreibung. Der Abschreibungssatz richtet sich nach dem Jahr der Anschaffung.

Beispiel:

Eine Druckmaschine wurde am 01.01.2010 für 100.000 EUR angeschafft. Nach der amtlichen AfA-Tabelle ergibt sich bei linearer Abschreibung eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 10 Jahren und ein Abschreibungssatz von 10 %. Bei degressiver Abschreibung beträgt der Abschreibungssatz für im Jahr 2010 angeschaffte Wirtschaftsgüter maximal das 2,5-Fache der linearen Abschreibung und maximal 25 % des Restbuchwerts.

Es ergibt sich folgende Abschreibungsübersicht:

Jahr

Afa-Satz (% vom Restbuchwert)

Afa-Betrag (EUR)

Restbuchwert (EUR)

2010

25 %

25.000,00

75.000,00

2011

25 %

18.750,00

56.250,00

2012

25 %

14.062,50

42.187,50

2013

25 %

10.546,87

31.640,62

2014

25 %

7.910,15

23.730,47

2015

25 %

5.932,61

17.797,86

2016

25 %

4.449,46

13.348,40

2017

25 %

3.337,10

10.011,30

2018

25 %

2.502,82

7.508,48

2019

25 %

1.877,12

5.631,36

Wie in der Tabelle ersichtlich wird, sind die Abschreibungsbeträge in den ersten Jahren wesentlich höher als zum Ende der Nutzungsdauer. Der Vorteil dabei ist, dass diese Abschreibung dem tatsächlichen Wertverlust vieler Anlagegüter wesentlich besser entspricht als die lineare Abschreibung.

Da sich die Anlagegüter wegen der Berechnung der Afa auf Grundlage des jeweiligen Restbuchwerts niemals komplett abschreiben lassen, gibt es gemäß § 7 Abs. 3 EStG die Möglichkeit, zur linearen Abschreibung zu wechseln.

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