Weihnachtszeit - Weihnachtsfeier

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Natürlich steht eine betriebliche Weihnachtsfeier im eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers. Sie fördert das Betriebsklima und ist aus diesem Grund lohnsteuerfrei. Dabei ist die Höchstgrenze, ausgehend vom Bruttobetrag, von 110,00 EUR pro Arbeitnehmer zu beachten.

Zu den Aufwendungen zählen beispielsweise:

  • Speisen und Getränke
  • Mieten und Eintritt für Räume, Musik, Rahmendarbietungen, Theaterkarten, Kegelbahn u.v.m.
  • Geschenke (Für Aufmerksamkeiten gilt eine Obergrenze von 60,00 EUR inklusive Umsatzsteuer.)

Alle Kosten werden zusammengerechnet. Die Summe wird durch die Anzahl der teilnehmenden Arbeitnehmer geteilt. Sind pro Arbeitnehmer 110,00 EUR ausreichend, wird die Gesamtsumme lohnsteuerfrei behandelt und gebucht. Die Aufwendungen sind Vorsteuerabzugsfähig.

Buchung über Offene Posten:

Buchung im Soll-/Haben Dialog:

Das Buchungskonto ist: „Freiwillige soziale Aufwendungen – lohnsteuerfrei“. Alle dargestellten Beispiele sind mit dem Kontenrahmen SKR03 gebucht.


Im Privatunternehmen werden die anteiligen Aufwendungen des Unternehmers als „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ verbucht.


Aber gerade zu Weihnachtsfeiern werden in vielen Betrieben die Familienangehörigen mit eingeladen. Das wird auch anerkannt, doch die Grenze der steuerfreien Zuwendung wird deshalb nicht angehoben.

Werden die 110,00 EUR pro Arbeitnehmer inklusive der Familien überschritten, werden zunächst 110,00 EUR als steuerfreie Zuwendung wie im Beispiel oben gebucht.

Für den übersteigenden Betrag wird es komplizierter. Erstens muss dieser Betrag als Arbeitslohn versteuert werden. Das kann individuell über die Lohnabrechnung oder pauschal mit 25% (§ 40 Abs. 2 EStG) erfolgen.

Dazu kommt noch ein i-Tüpfelchen. Die Finanzverwaltung sieht in dem übersteigenden Betrag des jeweiligen Arbeitnehmers eine „Befriedigung des privaten Bedarfs“. In der Buchhaltung darf für diesen „privaten Bedarf“ keine Vorsteuer gezogen werden. Alle Belege werden aufgesplittet und anteilig nach Aufwandszuordnung mit und ohne Vorsteuerabzug gebucht. Hier ist im Einzelfall nachzuweisen, welche Kosten welchem Arbeitnehmer zugeordnet sind.

Nachfolgend ein Buchungsbeispiel in MonKey Office, Kontenrahmen SKR 03: Insgesamt nehmen vier Arbeitnehmer mit Partnern teil. Ein Paar mit zusätzlich einem Kind und ein Paar bringt zwei Kinder mit. Es nehmen insgesamt 11 Personen an der Feier teil.

Kosten
1. Kegelbahn 60 EUR
2. Speisen und Getränke 370 EUR
3. Geschenke 170 EUR

Das ergibt Gesamtkosten der betrieblichen Veranstaltung von (Bruttopreis): 600,00 EUR. 600,00 EUR geteilt durch 11 Personen ergibt pro Person 54,55 EUR.

Unsere 2 Paare ohne Kinder bleiben mit jeweils 109,10 EUR (54,55 EUR x 2 Personen) innerhalb der Grenze von 110,00 EUR pro Arbeitnehmer.

In der kleinen Familie (54,55 EUR x 3 Personen = 163,65 EUR – 110,00 EUR) ergibt sich ein übersteigender Betrag von 53,65 EUR.

In der Familie mit zwei Kindern (54,55 EUR x 4 Personen = 218,20 EUR – 110,00 EUR) ergibt sich ein übersteigender Betrag von 108,20 EUR.

Beide übersteigenden Beträge sind lohnsteuerpflichtig. In der Buchhaltung wird der übersteigende Betrag auf das Konto: „Freiwillige soziale Aufwendungen – lohnsteuerpflichtig“ gebucht.

Der zweite Schritt berücksichtigt die Vorsteuerberechtigung: Die Beträge 53,65 EUR + 108,20 EUR ergeben in Summe 161,85 EUR. Das sind 27% der Gesamtkosten von 600,00 EUR. Die Kosten der zugehörigen Rechnungen werden in 73% mit Vorsteuer und 27% ohne Vorsteuer gesplittet.

Buchung über Offene Posten:

Buchung im Soll-/Haben Dialog:

Es dürfen zwei betriebliche Veranstaltungen innerhalb eines Jahres über die Höchstgrenze von je 110,00 EUR pro Arbeitnehmer in die Buchführung einfließen. Ab der dritten Veranstaltung gilt alles als steuerpflichtiger Arbeitslohn. Ratsam ist es, die zwei kostenintensivsten Betriebsfeiern in dieser Art abzurechnen, denn eine zeitliche Reihenfolge wird innerhalb des Geschäftsjahres nicht berücksichtigt.

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