Dokumentation

Vorsteuer

Der Träger der Umsatzsteuer soll letztlich der Endverbraucher sein. Deshalb können Unternehmer die Umsatzsteuer, die ihnen für betriebliche Lieferungen und Leistungen von anderen Unternehmen berechnet wurde, vom Finanzamt zurückverlangen.

Dies bedeutet, dass die in Eingangsrechnungen ausgewiesene Umsatzsteuer vom Unternehmer in seiner Buchhaltung als Vorsteuer erfasst wird. Diese Vorsteuer ist eine Forderung gegenüber dem Finanzamt und wird mit der dem Finanzamt aus eigenen Lieferungen und Leistungen geschuldeten Umsatzsteuer verrechnet.

Die Umsatzsteuer, bestehend aus Umsatzsteuerschuld und Vorsteuerforderung, ist für den Unternehmer normalerweise ein durchlaufender Posten und somit erfolgsneutral.

Bei der Gewinnermittlung mittels Einnahmen-Überschuss-Rechnung ergibt sich die Besonderheit, dass die Umsatzsteuer durchaus das betriebliche Ergebnis des aktuellen Geschäftsjahres verändert. Die vom Kunden vereinnahmte Umsatzsteuer wird als Betriebseinnahme und die an Lieferanten verauslagte Vorsteuer als Betriebsausgabe behandelt. Entsprechend werden auch Umsatzsteuererstattungen oder -vorauszahlungen als Einnahme bzw. Ausgabe behandelt. Dies ergibt jedoch nur eine befristete Verschiebung des betrieblichen Gewinns, der Totalgewinn über eine längere Zeit ergibt auch hier das gleiche Ergebnis wie der Betriebsvermögensvergleich.

Der Vorsteuerabzug ist an die Voraussetzungen nach § 15 Abs. 1 UStG gebunden. Die erhaltenen Eingangsrechnungen müssen die im Abschnitt Rechnungen angeführten Angaben enthalten. Vergisst ein liefernder Unternehmer z. B. den gesonderten Steuerausweis, so ist ein Vorsteuerabzug nicht möglich. Der die Leistung erhaltende Unternehmer kann jedoch eine korrekte Rechnung mit Steuerausweis verlangen.

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